Schwimmer aus Plieningen - Schwimmende Ballerinas

Von Olessia Schweizer 18. Februar 2015

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Schwimmer aus Plieningen - Schwimmende Ballerinas
Von Olessia Schweizer 18. Februar 2015 - 17:45 Uhr

Die Vier von sieben Teilnehmerinnen an den baden-württembergischen Meisterschaften am Wochenende in Karlsruhe: Luca Mihalik, Lina Mainik, Malisa Buck und Laila Marx (von links). Foto:

Birkach/Plieningen - Synchron zur Musik drehen, rollen und tanzen – und das
zumeist kopfüber unter Wasser. Wer sich als Synchronschwimmerin erproben
will, sollte ein Multitalent sein. Das Taktgefühl einer Tänzerin, die Beweglichkeit
einer Ballerina und das Wassergefühl eines Schwimmers sind einige
Eigenschaften, die eine gute Synchronschwimmerin braucht. Bei der
Synchronschwimmabteilung des Schwimmerbundes Schwaben mit Sitz in Birkach
gibt es gleich sieben Mädchen, die nicht nur alle diese Fähigkeiten mitbringen,
sondern die auch so gut sind, dass sie an den am Wochenende in Karlsruhe
stattfindenden baden-württembergischen Meisterschaften teilnehmen dürfen.

Mehr als ein Sport mit Nasenklammer
„Unser Sport wird immer etwas belächelt und als Sport mit der Nasenklammer
dargestellt, bei dem man im Wasser bisschen rumtanzt“, sagt die
Abteilungsleiterin Bettina Spiegel. „Aber das ist gerade die Kunst. Man muss es so
gut können, dass man einem nicht ansieht, dass es anstrengend ist.“ Während
sich die Synchronschwimmer aus Birkach nicht über Nachwuchsmangel
beschweren können, haben sie mit einem anderen Problem zu kämpfen:

Suche nach Trainingszeiten gestaltet sich schwierig. Im Vergleich zu anderen
Sportarten kann man sich hier nicht einfach das Becken mit anderen Abteilungen
und Hallennutzern teilen, da die Wasserströmungen der anderen Teilnehmer die
Übungsausführungen stören. Umso erfreulicher ist es für die Abteilung, dass sie
trotzdem sieben Mädchen zu den baden-württembergischen Meisterschaften
mitnehmen können. Alle Mädchen sind zwischen zehn und 15 Jahre alt. Neben den
im Solo startenden Lina Mainik und Luca Mihalik haben sich zudem auch Laila
Marx und Lea Mögel für den Technikwettkampf qualifiziert. Im Duett treten
Malisa Buck mit ihrer Partnerin Valery Senger und Gina Bartel mit Wanda Kübler
an. Als Ersatzschwimmerin reist Yuna Focosi mit.
Zwar würden Lina und Luca lieber ein Duett oder eine Gruppenkür einstudieren,
allerdings ist das wegen der geringen Teilnehmeranzahl in den einzelnen
Altersklassen und Jahrgängen derzeit nicht möglich. Daher müssen die beiden ein
Solo schwimmen. Denn entgegen der weitläufigen Meinung, dass zum
Synchronschwimmen immer mindestens zwei Schwimmerinnen gehören, lässt
sich die Sportart auch allein synchron zur Musik ausüben. „Solo aufzutreten, traut
sich nicht jeder zu“, sagt Lucas Trainerin Pia Linsner. „Wenn man als einzige
Schwimmerin im Wasser ist und alle Augen im Schwimmbad auf einen gerichtet
sind, kann das schon einen hohen Druck erzeugen. Insofern ist das nur was für
Mädchen, die sich gut selbst präsentieren können und es auch wollen.“

Seltenes Synchronschwimmen
Für das zwölfjährige Nachwuchstalent Lina Mainik sind es nicht die ersten
Landesmeisterschaften. Im vergangenen Jahr wurde die Schülerin sogar badenwürttembergische
Meisterin in der D-Jugend. In diesem Jahr muss Lina eine
Altersstufe höher antreten. Wie sie sich schlagen wird, bleibt abzuwarten. Ihre
Trainerin Sarah Bunomo ist guter Dinge: „Lina und Luca sind ausgesprochen gut
und werden immer besser. Dass es schon 2015 für die Qualifikation zu den
Deutschen Meisterschaft reicht, glaube ich nicht, aber nächstes Jahr hoffentlich“.
Für Luca Mihalik sind die baden-württembergischen Meisterschaften hingegen
Neuland. Die 14-Jährige ist erst im vergangenen Jahr von Bayern nach Baden-
Württemberg gezogen. Aber auch für sie werden es nicht die ersten
Landesmeisterschaften sein.
Obwohl das Synchronschwimmen mit 25 Mitgliedern die kleinste Abteilung im
Verein darstellt, ist es gerade das, was Luca gefällt: „Synchronschwimmen ist
relativ selten, und es kennen auch nicht viele“, sagt die Schülerin. „Es ist nicht so
wie Fußball, das alle machen. Das finde ich schön.“

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