Stuttgarter Wochende 09.07.16

"Es ist ein riesen Kraftaufwand unter Wasser"

Rein in die Sportschuhe und ab in die Turnhalle: Das Stuttgarter Wochenende macht sich

fit für den Sommer und stellt außergewöhnliche Sportarten vor, die man auch in Vereinen

erleben kann. Egal, ob Ausdauer, Gleichgewicht oder Durchsetzungsvermögen – hier wird

alles abverlangt. Heute: Synchronschwimmen (Teil V).

Von Bianca Feddersen, S-West/Plieningen

Es sieht filigran und leicht aus, wenn die Synchronschwimmerinnen ihre Figuren im

Wasser zeigen: gestreckte Fußspitzen, ein Lächeln auf den Lippen

und kein nach Luft hecheln weit und breit.

Damit es für den Zuschauer aber so leicht aussieht, muss sehr diszipliniert trainiert werden.

„Es ist ein Riesenkraftaufwand unter Wasser“, weiß Hannelore Buck, Trainerin und Leiterin

der Synchronschwimmabteilung des Vereins Schwimmerbund Schwaben lange anhalten zu können,

das ist definitiv das wichtigste für den Sport. Körperspannung, Beweglichkeit und Musikalität

kommen außerdem dazu. Und die Nasenklammer darf natürlich nicht fehlen“, ergänzt die Leiterin.

Die Synchronschwimmabteilung entstand vor circa 20 Jahren,

als eine Gruppe von Mädchen den Sport ausprobieren wollte

und beim Schwimmerbund Schwaben nachfragte, ob es möglich sei, eine Abteilung zu gründen.

„Am Anfang waren wir zwölf Schwimmerinnen, ich war damals sechs Jahre alt“,

erzählt Sarah Bonomo, die von Anfang an beim Synchronschwimmen dabei war

und heute die Altersklasse D – die Schwimmerinnen im Alter von neun bis elf Jahren – trainiert.

„Ich habe das Wasser schon immer geliebt, und die Kombination aus Musik und Ballett hat mich

fasziniert“, erzählt Sarah Bonomo, die sechs Jahre lang aktive Synchronschwimmerin war.

Heute hat die Abteilung insgesamt sieben Trainer und 22 Schwimmerinnen in den Altersklassen E

– von sechs bis zehn Jahren - , D – von neun bis elf Jahren - , C – von 12 bis 14 Jahren - , und A/B

– von 15 bis 18 Jahren - . „Beim Synchronschwimmen hat man einen hohen Betreuungsaufwand.

Deswegen ist es toll, dass wir mittlerweile so viele Trainer und Helfer haben“, so Hannelore Buck.

„Was den Nachwuchs angeht, wollen wir gern noch mehr Kinder gewinnen.

Das ideale Alter, um einzusteigen, ist sechs bis neun Jahre. Die Kinder sollten bereits

schwimmen und tauchen können“, ergänzt Buck, die im Moment die Altersklasse E trainiert.

Die Schwimmerinnen beim Schwimmerbund Schwaben treten jedes Jahr bei den

Baden-Württembergischen Meiserschaften an und zeigen Solo-, Duett- und Gruppenküren.

„Alle vier Jahre werden neue Pflichtübungen bekannt gegeben, die man dann in seine

Kür mit einbauen muss. Das ist auch das tolle an dem Sport: Es wird nie langweilig,

und es gibt immerneue Her - ausforderungen“, erzählt Buck.

Für die ganz Kleinen gibt es noch keine Wettkämpfe, sondern einen Talentsichtungstest,

bei dem die Schwimmerinnen verschiedene Basisübungen vorzeigen müssen.

„Ab der Altersklasse D nimmt man dann an den Wettkämpfen teil.

Der Schwierigkeitsgrad der Übungen wird mit jeder Altersklasse höher“, erklärt die Leiterin.

Über die Sportkreisjugend Stuttgart nimmt der Verein an einem Austauschprogramm teil

und reiste dafür im vergangenen Jahr für zehn Tage mit den Sportlerinnen

in die russische Stadt Samara an der Wolga.

„Es ist fast wie ein Schüleraustausch, wir trainieren gemeinsam, sehen uns Wettkämpfe

der anderen Gruppe an und machen Ausflüge, um die Stadt kennenzulernen.

Dieses Jahr hatten wir einen Austausch mit Straßburg“, erzählt Hannelore Buck.

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